Strömungen

Zugegeben: Das Wort Video bedeutet eigentlich nicht viel mehr, als „ich sehe“ (lateinisch). Aber bislang hatten wir unsere Videos zumeist sauber aufgezeichnet, mehr oder weniger kunstvoll geschnitten und in kundenfreundlicher Manier den BetrachterInnen vorgesetzt.
Eine zeitgleiche Übertragung erschien uns nicht sonderlich attraktiv.
Warum auch?
Zu Hause, einzeln und ohne die Verpflichtung, sich im Kongresszentrum neben Menschen aus anderen Haushalten zwängen zu müssen, kann man sich in Ruhe das Schulungsvideo ansehen und sozusagen „auf dem Sofa studieren“, ohne dass es eine enge Zeitvorgabe und zwingende Terminverpflichtungen gibt. Man könnte meinen, diese Form der mehr oder weniger „fristlosen“ Informationsvermittlung sei gerade in Zeiten des Shutdown ideal.
Aber ganz so ist das nicht.
Ein bisschen Stress muss sein.
Denn der Trend geht zur Gleichzeitigkeit: Webinare, Videokonferenzen, und Livestreaming zwingen die User zum Erscheinen zwar nur am virtuellen Ort, aber zur festgelegten Stunde. Wenn schon der Weg zum Sammelplatz nicht mehr zurückgelegt werden muss, die Zeit sollte doch bitte festgelegt sein, um ein Minimum an Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.
Selbst wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Livestreaming nur per Chat-Funktion Anteil am Geschehen nehmen, sie erhalten dennoch das Gefühl: ich bin dabei gewesen, gemeinsam mit anderen, jetzt und nicht erst später.
Dieser gewisse Thrill ist übrigens auch für uns spürbar, wenn wir – zunehmend öfter – Livestreams produzieren. Die Herausforderung, jetzt, unmittelbar, und für alle sichtbar alles richtig machen zu müssen, ist spannend. Und wir hoffen durchaus, dass unsere Kunden auch nach dem Shutdown noch öfter auf den Weg zum Sammelplatz verzichten.

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